ANSCHAFFUNG
Vor der Anschaffung sollten Sie genau überdenken, ob Kaninchen auch Ihrer Vorstellung als Haustiere entsprechen und ob Sie den Bedürfnissen dieser Tiere gerecht werden können.
Kaninchen im Überblick
Bedenken Sie, dass Kaninchen über 1o Jahre alt werden können. So lange müssen Sie die Versorgung der Tiere gewährleisten. Kaninchen sind keine Einzelgänger und fühlen sich nur in einer Gruppe wohl - mindestens zwei Kaninchen müssen also vorhanden sein. Sind Partner verstorben, müssen allein verbliebene Tiere neu vergesellschaftet werden. Das Argument, dass ein Tier zu alt ist, um einen neuen Partner zu bekommen, ist Unsinn. Kaninchen benötigen viel Platz, um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können. Es müssen mindestens 2 qm pro Tier rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Nicht immer werden Kaninchen stubenrein. Sie benötigen aber trotzdem täglichen Auslauf. Beim Auslauf könnten Möbel, Teppiche, Fußleisten, Gardinen und andere Einrichtungsgegenstände angenagt und beschmutzt werden. Kaninchen sind sehr reinlich und legen Wert auf Sauberkeit. Die Streu in den Kloecken muss täglich ausgewechselt werden. Ist dies nicht der Fall, entstehen Ammoniakgase, die gesundheitsschädlich für Mensch und Tier sind. Das gesamte Gehege muss mindestens einmal in der Woche gründlich gereinigt werden. Kaninchen müssen täglich gefüttert werden. Auch bei höheren Gemüsepreisen im Winter benötigen die Tiere täglich frisches Grünfutter sowie natürlich rund um die Uhr qualitativ hochwertiges Heu als Grundnahrungsmittel. Kaninchen sind keine Schmusetiere oder bessere Stofftiere und lassen sich nicht immer gern kuscheln und streicheln. Manche Kaninchen werden zwar streichelzahm, aber es gibt immer wieder Kandidaten, die sich nicht gern anfassen lassen. Das müssen Sie als Halter respektieren können. Kaninchen brauchen Beschäftigung. Bieten Sie Ihren Tieren immer genug Spiel-, Knabber- und Versteckmöglickeiten an. _____________________________________________________________________________
Was muss man vor der Anschaffung noch bedenken?
Sind alle Mitglieder der Familie/des Haushalts mit den neuen Hausgenossen einverstanden und bereit sich ggf. um die Tiere zu kümmern? Liegen evtl. Allergien vor? Wenn der Verdacht besteht, sollte jedes Familienmitglied vor der Anschaffung einen Allergietest machen. Zu Testen sind Allergien auf Kaninchenhaare, Heu und Staub. Wenn Sie in den Urlaub fahren, muss im Vorraus für eine artgerechte Unterkunft gesorgt werden. Nicht immer finden sich nette Nachbarn und zuverlässige Pfleger. Weitere Infos zu diesem Thema finden sie hier: Urlaub mit KaninchenEs kommen monatliche Kosten wie Futter, Einstreu und Tierarztkosten auf Sie zu. Kranke Kaninchen müssen vom Tierarzt behandelt werden und die Tierarztkosten können 1oo,oo Euro schnell übersteigen.
Das alles sollte Ihnen vor der Anschaffung bewusst sein.
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DIE NEUEN MITBEWOHNER
Woher sollten die neuen Mitbewohner am Besten stammen?
Ich kann Ihnen nur empfehlen Ihre Kaninchen nicht aus einer Zoohandlung, einem Baumarkt o.ä. zu kaufen. Denn dort sitzen meist viel zu junge Tiere, die viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, obwohl sie diese noch dringend bräuchten. Und das nur, damit sie süßer aussehen und den Käufer somit schneller zum Kauf verführen.
Kaninchenbabys müssen mindestens bis zur zehnten Lebenswoche bei der Mutter bleiben.
Die Tiere in der Zoohandlung hingegen sind meist nur sechs bis sieben Wochen alt - manchmal sogar noch jünger, wie ich schon oft feststellen musste.
Auch wenn Ihnen die Tiere Leid tun und Sie sie "frei kaufen", so rückt für jedes gerettete Tier ein neues nach. Somit unterstützen Sie nur den Verkauf von lebenden Tieren in Zooläden.
Auch vom Kauf bei einem Züchter rate ich ab.
Bedenken Sie, dass es in Tierheimen und Auffangstationen nur so von armen Seelen wimmelt, die wirklich dringend ein neues Zuhause brauchen.
Dann müssen doch nicht noch mehr produziert werden, oder?
Die Tierschutzorganisationen wissen schon nicht mehr, wo sie die Tiere unterbringen sollen. Und auch dort findet man Jung- und Rassetiere - wenn man darauf Wert legt.
Vollbringen Sie doch eine gute Tat und schenken Sie einem Kaninchen (oder gleich mehreren) aus dem Tierschutz ein liebevolles und artgerechtes Zuhause.
Denn vorallem diese Tiere haben eine Chance verdient!
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Was sollten Sie beim Kauf beachten?
In Tierheimen und Auffangstationen bekommen Sie (im Gegensatz zur Zoohandlung etc.) genaue Infos über die Tiere, soweit diese bekannt sind (z.B. Charakter, evtl. Lebenslauf, Alter, Gesundheitszustand usw.). Die Rammler sind i.d.R. kastriert und zum Teil auch wieder mit anderen Kaninchen vergesellschaftet.
Sie sollten die Kaninchen auch hier genau untersuchen. Achten Sie darauf, dass sie sich normal verhalten, klare Augen, glänzendes Fell haben und einen gesunden Appetit zeigen.
Genaueres dazu können Sie hier nachlesen.
Fragen Sie nach, welche Futtersorten die Tiere bereits kennen und nehmen Sie etwas von dem gewohnten Futter mit - vorallem, wenn die Tiere bisher getreidehaltiges Trockenfutter bekommen haben. Stellen Sie langsam auf gesunde Kost um. Wenn dies zu schnell geschieht, können die Tiere mit Durchfall reagieren, da Kaninchen ein sehr empfindliches Verdauungssystem haben und an neue Futtersorten langsam herangeführt werden müssen.
Alle Infos zur richtigen Ernährung und Futterumstellung finden Sie hier.
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Wo sollen die neuen Mitbewohner leben?
Die artgrechteste Unterbringung ist sicherlich ein Aussengehege. Dort können die Tiere ihren Instinkten nachgehen und leben "naturnah".
Aber auch im Haus können Sie Ihren Tieren ein artgerechtes und kaninchengerecht gestaltetes Paradies schaffen.
Alle Infos zur richtigen Unterbringung finden Sie hier.
Kaninchen sind keine besseren Stofftiere und gehören nicht in ein Kinderzimmer!
Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und können deswegen nachts sehr laut sein, wenn Ihre Kinder schlafen sollen.
Besser ist ein Raum, in dem sich nachts niemand aufhält und wo auch sonst nicht übermäßig viel Betrieb herrscht. Optimal ist ein eigenes Kaninchenzimmer, aber das ist natürlich nicht für jeden möglich.
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Eingewöhnung
Bevor die neuen Mitbewohner einziehen können, muss das Gehege schon vollständig hergerichtet sein.
Wenn es dann so weit ist und die Süßen endlich da sind, sollten Sie ihnen erstmal Ruhe gönnen. Die neue Umgebung, Gerüche, Eindrücke - dass alles muss erkundet werden.
Stressen Sie die Tiere nicht! Sie haben alle Zeit der Welt.
Wenn diese anfangen zu fressen und sich zu putzen, können Sie leise anfangen mit den Kaninchen zu reden, so lernen sie Ihre Stimme kennen.
Setzen Sie sich auch ruhig ins Gehege und locken Sie die Tiere mit einem gesunden Leckerli. So können sie an Ihnen herum schnüffeln, auf Ihnen herumklettern und lernen, dass von Ihrer Hand nur Gutes kommt.
Nach ein paar Tagen können Sie versuchen die Kaninchen zu streicheln. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn dies nicht sofort klappt. Geben Sie den Tieren genügend Zeit Sie kennenzulernen.
Wenn sich die Tiere von Ihnen anfassen lassen, können Sie auch versuchen diese mal hochzunehmen, damit sie lernen davor keine Angst zu haben. Dies ist z.B. für das Krallenschneiden oder der allgemeinen Gesundheitskontrolle wichtig.
Versuchen Sie es am Anfang aber erstmal nur auf dem Boden, damit sich das Tier nicht verletzt, wenn es mal anfängt zu zappeln und Sie es nicht halten können.
Jedoch sollten Sie die Kaninchen nur tragen, wenn dies wirklich nötig ist.
Es ist für vilele Tiere sehr stressig und sie fühlen sich auf dem Arm nicht besonders wohl.